Die Macht der Gewohnheit: Wie Habits deine… | Mag. Christine Hoffmann

Die Macht der Gewohnheit: Wie Habits deine Identität prägen

Wusstest du, dass das Wort Identität aus dem Lateinischen (identitas) stammt & übersetzt so viel wie „wiederholtes Sein“ bedeutet? Eine erstaunlich treffende Beschreibung – denn unser Selbstbild wird tagtäglich durch unsere Gewohnheiten verkörpert.

Ohne dass es uns im Alltag bewusst ist, beweisen wir uns mit unseren wiederholten Handlungen kontinuierlich selbst, wer wir sind:

  • „Ich bin eine gebildete Person, weil ich regelmäßig lese.“
  • „Ich bin eine sportliche Person, weil ich mich täglich bewege.“
  • „Ich bin ein geselliger Mensch, weil ich mich oft mit Freund:innen treffe.“

Würden wir aufhören, diese Dinge regelmäßig zu tun, geriete auch unser Selbstbild ins Wackeln. Die sprichwörtliche „Macht der Gewohnheit“ bezieht sich also keineswegs nur darauf, ob wir im Alltag erwünschte oder unerwünschte Ergebnisse erzielen. Sie reicht viel tiefer: Gewohnheiten sind das Fundament unserer Persönlichkeit.

Denk- & Gefühlsgewohnheiten: Dein unsichtbares Betriebssystem

Gewohnheiten betreffen keineswegs nur körperliche Handlungen. Sie steuern auch, wie wir die Welt wahrnehmen & bewerten:

  • Denkgewohnheiten: Sie bestimmen, wie wir unsere eigenen Fähigkeiten einschätzen, welche Maßstäbe wir anlegen & in welche Richtungen unser Geist wandert. Sie prägen unsere gedanklichen & ideellen Möglichkeitsräume.
  • Gefühlsgewohnheiten: Sie definieren, welche Emotionen in bestimmten Situationen automatisiert anspringen. Sie lassen uns genervt sein, wenn jemand im Zug laut telefoniert – oder machen uns traurig, wenn wir im Beruf kritisiert werden. Gefühlsgewohnheiten haben somit enormen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden & die Qualität unserer Beziehungen.

Vereinfacht ausgedrückt sind Gewohnheiten automatisierte Lösungen für wiederkehrende Herausforderungen. Sie sparen unserem Gehirn wertvolle Energie, damit wir den komplexen Alltag ohne dauernden Kraftaufwand meistern können.

Gewohnheiten nachhaltig ändern: Der identitätsbasierte Ansatz

Doch was passiert, wenn uns verfestigte Muster nicht mehr dienlich sind? Wie verändern wir Automatismen, die wir kaum bewusst steuern?

Nachhaltige Verhaltensänderungen gelingen am leichtesten über eine Veränderung der Identität. Wenn du neue Muster etablieren möchtest, formuliere sie nicht als reines Ziel, sondern verbinde sie mit deinem Selbstbild:

  • Nicht: „Ich mache jetzt Sport, um 5 Kilo abzunehmen.“ Sondern: „Ich integriere Bewegungsfreude in meine Identität als aktiver Mensch.“
  • Nicht: „Ich muss im Meeting endlich geduldiger werden.“ Sondern: „Welche Art von Führungsperson möchte ich sein – & wie handelt diese Person in herausfordernden Momenten?“

Wenn du klar vor Augen hast, wer du sein willst, fällt die Umsetzung des Was um ein Vielfaches leichter.

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