Ein Stups zu mehr Wohlbefinden

Der Alltag im Lockdown stellt uns vor die Herausforderung, das eigene Leben neu zu strukturieren. Wir verbringen mehr Zeit zu Hause, treffen seltener FreundInnen und Verwandte und sehen uns mit einer starken Begrenzung unserer Freizeitmöglichkeiten konfrontiert.

Das Arbeiten im Home Office hat den Nebeneffekt, dass sich die meisten Menschen weniger bewegen. In den sechs Wochen des Shutdowns im Frühjahr nahmen die ÖsterreicherInnen durchschnittlich 2kg an „Corona-Speck“ zu, so eine Studie der MedUni Wien. Es ist anzunehmen, dass sich dieser Trend auch im jetzigen Lockdown fortsetzt.

Viele meiner Coaching-KundInnen berichten von einer zunehmenden Lethargie. Sie leiden unter der Unsicherheit und den Einschränkungen des Lockdowns. Dadurch greifen sie auf ungesunde Ersatzbefriedigungen zurück und sind dadurch zusätzlich unzufrieden mit sich. In meiner Praxis unterstütze ich sie, sich Ziele zu setzen, die ihnen Halt und Struktur geben.

Ich erarbeite mit ihnen, wie sie die Methode des Self-Nudgings für sich nutzen können. Dabei geht es vor allem darum, die eigene Umwelt so einzurichten, dass zieldienliche Entscheidungen erleichtert werden (u.a. Reijula & Hertwig, 2020).

Die Nudges (zu Deutsch: Stupser) helfen uns, selbst gesteckte, langfristige Ziele zu erreichen. Dabei muss allerdings zuerst verstanden werden, wie Umgebungsreize unsere Entscheidungen beeinflussen. Hierzu zählen die ständigen Benachrichtigungen von Apps auf unserem Smartphone genauso wie der Inhalt unseres Kühlschranks oder die Yogamatte, die wir im Keller gelagert haben. Danach gilt es, unsere Umgebung so zu verändern, dass es leichter fällt zieldienliche Entscheidungen zu treffen. Wir geben uns also durch gezielte Umgebungsreize selbst Stupser in Richtung erwünschte Zukunft.

Die dafür notwendigen Self-Nudging-Werkzeuge können in vier Kategorien unterteilt werden:

1. Platzieren Sie zieldienliche Erinnerungen in Ihrer Umgebung! Legen Sie sich beispielsweise Ihre Joggingbekleidung schon am Abend gut sichtbar zurecht, wenn Sie das frühmorgendliche Joggen unterstützen wollen.

2. Geben Sie Ihren Entscheidungen einen bedeutsamen Rahmen! Werden Sie sich Ihres WOFÜR’s bewusst! Wofür wollen Sie sich gesünder ernähren, handyfreie Zeiten einführen oder sich mehr bewegen? Was ist Ihr großes WOFÜR dahinter? Wenn Sie sich zwischen Fernsehen und Sport entscheiden, bedenken Sie, dass Ihre heutige Entscheidung beeinflusst, ob sie in 10, 20 oder 30 Jahren mit den eigenen Enkeln Fußballspielen können. Begrüßen Sie jede Treppe als eine Gelegenheit, jetzt schon einen Beitrag für Ihre Bewegungsfreude im Alter zu setzen.

3. Verringern Sie die Zugänglichkeit zu Dingen, die Ihnen nicht guttun! Überlegen Sie, welche Art von Handykonsum Ihnen gut tut und ändern Sie die Voreinstellungen in Ihren elektronischen Geräten dementsprechend. Kaufen Sie nur Lebensmittel ein, die Sie mit einem anhaltend guten Gefühl essen.

4. Verbinden Sie Sinnvolles mit Freudvollem! Sie können beispielsweise Ihren Lieblingspodcast nur noch beim Joggen hören oder mit einer Freundin vereinbaren, dass Sie das wöchentliche Telefonat beide spazieren gehend absolvieren.

Das Konzept sich selbst einen Stups zu geben, ist auf nahezu alle Ziele in Bezug auf Veränderungen des eigenen Lebensstils anwendbar. Ich unterrichte übrigens aktuell jeden Sonntag um 18 Uhr online Core Strength Yoga. Eine starke Mitte unterstützt uns doppelt dabei, aufrecht und selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

Ich wünsche Ihnen in dieser herausfordernden Zeit viel innere Kraft und unterstütze Sie sehr gerne mit einem psychologischen Coaching dabei, maßgeschneiderte Stupser hin zu mehr Wohlbefinden zu entwickeln!

Herzliche Grüße
Christine Hoffmann