Stupser zu mehr Wohlbefinden

Viele Menschen spüren seit Beginn der Corona-Pandemie eine gesteigerte Lethargie. Sie leiden unter der Unsicherheit und den Einschränkungen der Schutzmaßnahmen. Dadurch greifen sie vermehrt auf ungesunde Ersatzbefriedigungen zurück und sind dadurch zusätzlich unzufrieden mit sich. In meiner Coachingpraxis unterstütze ich Menschen dabei, sich Ziele zu setzen, die ihnen Halt und Struktur geben.

Mit vielen erarbeite ich wie sie die Methode des Self-Nudgings für sich nutzen können. Dabei geht es vor allem darum, die eigene Umwelt so einzurichten, dass zieldienliche Entscheidungen erleichtert werden (u.a. Reijula & Hertwig, 2020).

Die Nudges (zu Deutsch: Stupser) helfen uns, selbst gesteckte, langfristige Ziele zu erreichen. Dabei muss allerdings zuerst verstanden werden, wie Umgebungsreize unsere Entscheidungen beeinflussen. Hierzu zählen die ständigen Benachrichtigungen von Apps auf unserem Smartphone genauso wie der Inhalt unseres Kühlschranks oder die Yogamatte, die wir im Keller gelagert haben. Danach gilt es, unsere Umgebung so zu verändern, dass es leichter fällt zieldienliche Entscheidungen zu treffen. Wir geben uns also durch gezielte Umgebungsreize selbst Stupser in Richtung erwünschte Zukunft.

Die dafür notwendigen Self-Nudging-Werkzeuge können in vier Kategorien unterteilt werden:

1. Platzieren Sie zieldienliche Erinnerungen in Ihrer Umgebung! Legen Sie sich beispielsweise Ihre Joggingbekleidung schon am Abend gut sichtbar zurecht, wenn Sie das frühmorgendliche Joggen unterstützen wollen.

2. Geben Sie Ihren Entscheidungen einen bedeutsamen Rahmen! Werden Sie sich Ihres WOFÜR’s bewusst! Wofür wollen Sie sich gesünder ernähren, handyfreie Zeiten einführen oder sich mehr bewegen? Was ist Ihr großes WOFÜR dahinter? Wenn Sie sich zwischen Fernsehen und Sport entscheiden, bedenken Sie, dass Ihre heutige Entscheidung beeinflusst, ob sie in 10, 20 oder 30 Jahren mit den eigenen Enkeln Fußballspielen können. Begrüßen Sie jede Treppe als eine Gelegenheit, jetzt schon einen Beitrag für Ihre Bewegungsfreude im Alter zu setzen.

3. Verringern Sie die Zugänglichkeit zu Dingen, die Ihnen nicht guttun! Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie mit Ihrem Handy- oder Fernsehkonsum wertvolle Lebenszeit vergeuden, lade ich Sie ein, genau zu beobachten, wann Sie die Nutzung des entsprechenden Gerätes genießen und wann ein flaues Gefühl zurückbleibt. Ändern Sie anschließend die Voreinstellungen in Ihren elektronischen Geräten so, dass der sinnvolle Konsum gefördert wird, indem Sie Schlafenszeiten einstellen oder die Zeiten für manche Apps beschränken. Sollten Sie Ihr Essverhalten verändern wollen, empfehle ich Ihnen nur Lebensmittel zuhause zu haben, die Sie mit einem anhaltend guten Gefühl essen, sowie Schoki und Co nur für den direkten Verzehr zu kaufen.

4. Verbinden Sie Sinnvolles mit Freudvollem! Sie können beispielsweise Ihren Lieblingspodcast nur noch beim Joggen hören oder mit einer Freundin vereinbaren, dass Sie das wöchentliche Telefonat beide spazieren gehend absolvieren.

Das Konzept sich selbst einen Stups zu geben, ist auf nahezu alle Ziele in Bezug auf Veränderungen des eigenen Lebensstils anwendbar. Gerne unterstütze ich Sie mit einem psychologischen Coaching dabei, maßgeschneiderte Stupser hin zu mehr Wohlbefinden zu entwickeln!

Herzliche Grüße
Christine Hoffmann