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title: Ostrazismus in Teams
description: "Was ist Ostrazismus & wie wirkt soziale Ausgrenzung in Teams? Informiere dich über Ursachen, psychologische Folgen & Wege zu gesunder Zusammenarbeit."
url: "https://www.christinehoffmann.at/presse/ostrazismus-in-teams/"
date_modified: "2026-07-22T14:08:03+02:00"
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#  Ostrazismus in Teams 

Wenn Menschen im beruflichen oder privaten Umfeld **ignoriert**, **übergangen** oder **isoliert** werden, spricht man in der Psychologie von **Ostrazismus**. Wer sich ausgeschlossen fühlt, erlebt dies oft wie physischen **Schmerz** – gepaart mit Wut, Hilflosigkeit & Trauer.

## Wenn Ausgrenzung schleichend die Zusammenarbeit zerstört

Besonders in Arbeitskontexten und Teams entsteht dadurch ein immenser Schaden: Neben erhöhter Aggression & Traurigkeit schwinden bei Betroffenen nachweislich die **Selbstregulations- & Konzentrationsfähigkeit** (Metzger, 2018; Kashdan, 2014; Williams & Nida, 2011).

Im extremsten gesellschaftlichen Ausmaß zeigt die Forschung sogar die drastischen Spätfolgen sozialer Isolation: **87 % aller Amokläufer:innen waren zuvor wiederholt Opfer von Ostrazismus** (Leary et al., 2003).

## Die Dynamik sozialer Ausgrenzung im Arbeitsalltag

In meiner Arbeit als **Executive & Team Coach** erlebe ich häufig, dass einzelne Teammitglieder ungewollt isoliert werden & als **Projektionsfläche** für die negativen Emotionen der gesamten Gruppe herhalten müssen.

Das Tückische daran: Die Betroffenen kennen den konkreten Grund für ihre Ausgrenzung oft gar nicht. Hinter dem vorsätzlichen oder unbewussten Ausschließen verbirgt sich seitens der Gruppe paradoxerweise häufig die positive Absicht, der ausgegrenzten Person ihre vermeintlichen „Schandtaten“ bewusst zu machen. Doch: **Wie soll Einsicht gelingen, wenn niemand offen anspricht, was missfallen hat?**

Den Ausgrenzenden ist selten bewusst, welch nachhaltigen Schaden sie mit ihrem Verhalten anrichten. *„Ich habe ja gar nichts gesagt“*, lautet meist die defensive Antwort auf meine Nachfrage im Team-Coaching. Doch gerade das Schweigen und Ignorieren wirkt oft verheerender als offener Konflikt.

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## Kränkung oder Missverständnis? Warum Feinfühligkeit entscheidend ist

Kleine Formen von Ostrazismus erleben fast alle Menschen regelmäßig im Alltag: Wir sprechen jemandem auf die Mailbox & warten vergeblich auf Rückruf. Kolleg:innen verabreden sich zum Mittagessen & vergessen, uns zu fragen.

Wie stark wir auf solche Situationen reagieren, hängt maßgeblich von unserer Persönlichkeit & unserem Selbstwert ab:

- **Selbstsichere Menschen** sind meist gut darin, positive Signale aus ihrem Umfeld wahrzunehmen & beiläufige negative Reize zu übersehen.
- **Menschen mit geschwächtem Selbstwertgefühl** interpretieren vieldeutige Situationen schneller als gezielte Kränkung oder Zurückweisung.

Wichtig ist zu erkennen: Die meisten alltäglichen Situationen von Ausgrenzung passieren versehentlich & aus bloßer Gedankenlosigkeit.

**Direkte Kommunikation hilft:** Eine Nachfrage wie *„Ich habe keine Einladung bekommen. Wollt ihr unter euch sein oder kann ich euch begleiten?“* klärt die Fronten sofort. In den meisten Fällen löst sich das Missverständnis auf. Und wenn nicht, herrscht zumindest Klarheit, an der gearbeitet werden kann.

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## FAQ zu Ostrazismus

Ostrazismus (abgeleitet vom griechischen *ostrakismos* = Scherbengericht) bezeichnet das Ignorieren & Ausschließen einer Person aus einer Gruppe oder Beziehung. Im Gegensatz zum aktiven Mobbing erfolgt Ostrazismus oft stumm durch das Verweigern von Kommunikation, Blicken oder Aufmerksamkeit.

Nach dem renommierten Ostrazismus-Modell von Kip Williams (Williams & Sommer, 1997; Williams, 2001) durchläuft soziale Ausgrenzung drei Phasen:

1. **Die reflexive Phase - Unmittelbare Auswirkung:** Sofortiges Schmerzempfinden, da fundamentale Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Selbstwert, Kontrolle & sinnvoller Existenz bedroht werden.
2. **Die reflektive Phase - Bewältigung:** Die betroffene Person versucht, die Situation zu analysieren & ihr Zugehörigkeits- oder Kontrollgefühl durch Anpassung, Rückzug oder Provokation wiederherzustellen.
3. **Die resignative Phase - Langzeitwirkung:** Bei andauerndem Ostrazismus folgen Erschöpfung, Hilflosigkeit, Entfremdung, Depression oder verminderter Selbstwert.

Soziale Ausgrenzung aktiviert im Gehirn dieselben Regionen wie physischer Schmerz (den doppelten anterioren cingulären Kortex). Psychisch führt Ostrazismus zu emotionaler Taubheit, Verlust der Selbstregulation, verringerter Konzentrationsfähigkeit, erhöhtem Stress & verstärkten Aggressionen oder depressivem Rückzug.