Unser Verhalten wird maßgeblich von drei psychologischen Grundbedürfnissen bestimmt – den Bedürfnissen nach Kompetenz, Autonomie und sozialer Zugehörigkeit. WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass diese Bedürfnisse angeboren und kulturübergreifend sind sowie permanent unbewusst wirken (u.a. Deci & Ryan, 2008).
Das Leben bietet uns unendlich viele Möglichkeiten. Gleichzeitig lädt uns unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit dazu ein, uns sozial erwünscht zu verhalten und uns an die vermeintlichen Erwartungshaltungen der anderen anzupassen.  Selbstbewusstsein ist eine Voraussetzung dafür, sich authentisch zeigen zu können. Und wer als authentisch gilt, dem wird Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit zugeschrieben – Attribute von enormem Wert. Doch was ist dieses „wahre Selbst“, dessen wir uns bewusst sein wollen? Ist Authentizität tatsächlich ein Schlüssel für gegenseitig bereichernde Kooperation und Synergie? Wie viel Echtheit verträgt Professionalität?
Studien zeigen, dass authentische Führungskräfte charismatischer wirken und eher als Vorbilder wahrgenommen werden. Durch die gezielte Nutzung ihres moralischen Kompass sind sie eine größere Orientierungshilfe und vermitteln mehr Sicherheit. Sie reagieren positiver auf Fehler und führen MitarbeiterInnen erfolgreicher durch Wandel. Die positiven Effekte von Authentizität zeigen bei „herausfordernden MitarbeiterInnen“ die größte Wirkung. (Spitzmüller und Ilies, 2010 und Cianci, Hannah, Roberts und Tsakumis, 2014)
In meinen Seminaren unterstütze ich Menschen dabei, gleichzeitig in sich hinein und über sich hinaus zu wachsen, indem wir beleuchten, wie Sie ihre individuellen Muster des Gelingens und einzigartigen Kompetenzen für Ihren erwünschten Erfolg nutzen können. Gerne unterstütze ich Sie auch mit einem psychologischen Coaching dabei, Ihre – abseits von sozial erwünschten Zielen liegende – Lebensvision zu entdecken und selbstbewusst zu Ihnen stimmige Wege zu gehen!
Herzliche Grüße
Christine

Was hat „affektive Präsenz“ mit Covid-19 zu tun?

Affektive Präsenz beschreibt unsere emotionale Ausstrahlung. Wir Menschen sind emotional ansteckend und beeinflussen wechselseitig unser Befinden. Ständig infizieren wir andere mit unserer augenblicklichen Stimmung. Hat sich beispielsweise eine Mitarbeiterin über einen Kunden geärgert, kann ihr Ärger auf ihre KollegInnen abfärben. Diese Art von emotionaler Ansteckung schwankt wie unsere Gefühle selbst. Mal infizieren wir andere mit guter, mal mit schlechter Laune. Allerdings wirken negative Emotionen leider intensiver und Angst ist besonders ansteckend.

Covid-19 verunsichert viele Menschen. Bei der Analyse der damit einhergehenden Bedrohungen spielt im menschlichen Gehirn die Amygdala eine wichtige Rolle. Wenn dieser „Gefahrenriecher“ in Form eines Mandelkerns Alarm schlägt, werden Stresshormone ausgestoßen. Der Ausstoß von Cortisol führt zu einer Verengung der Wahrnehmung. Alles Bedrohliche wird besonders intensiv wahrgenommen und es kommt zu einer Art Tunnelblick. Verstärkt wird dies dadurch, dass wir emotionsbasiert erinnern. Wenn wir bedrückt sind, fallen uns all jene Situationen ein, in denen wir ähnlich gefühlt haben. Was folgt, kennen viele Menschen als negative Gedankenspiralen. Unser Gehirn produziert, wie eine hängengebliebene Schalplatte, immer wieder ähnliche bedrückende Gedanken.

Zu den Stresshormonen zählt jedoch nicht nur Cortisol, sondern auch das Bindungshormon Oxytocin. Einigen von Ihnen ist vielleicht aufgefallen, dass Sie in der aktuellen Zeit ein verstärktes Kontaktbedürfnis haben. Wir telefonieren mit Bekannten, die wir lange nicht gehört haben, und sprechen intensiv über unsere Sorgen und Nöte. Dadurch, dass wir uns wechselseitig in unseren Gefühlslagen verstärken, wird eine negative Spiralwirkung in Gang gesetzt.

In jedem Fall erfordert es ein bewusstes Innehalten und aktive Willenskraft, um sich aus Negativkreisläufen zu befreien. Ich empfehle Ihnen, Ihren Gedankenstrom zu beobachten und sich Ihre Gedanken aufzuschreiben. Mit unserem bewussten Verstand erkennen wir katastrophisierende Denkweisen und können sie leichter auflösen.

Besondere Zeiten brauchen besonders viel Selbstfürsorge. Tun Sie sich auf vielfältige Weise Gutes und verbinden Sie sich bewusst mit dem Hier und Jetzt. Im Moment haben wir selten ein Problem. Lenken Sie Ihren Aufmerksamkeitsfokus auf Stärkendes und Freudvolles! Gerne unterstütze ich Sie auch mit einem psychologischen Coaching dabei, wieder in Ihre Mitte zu kommen.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, verständnisvoll mit sich selbst und anderen zu sein. Nehmen Sie Ihre Gefühle an und sorgen Sie gut für sich! Lassen Sie uns gemeinsam für einen positiven Virus sorgen! Infizieren wir andere mit Vertrauen, Zuversicht und Freude!

Herzliche Grüße
Christine Hoffmann

Wir alle wissen, wie gut es sich anfühlt, wenn uns Aufmerksamkeit, Anerkennung oder Dankbarkeit entgegengebracht wird. „The deepest principle in human nature is the craving to be appreciated.“, formulierte William James, ein US-amerikanischer Psychologe und Philosoph, bereits 1920.

Unzählige Studien bestätigen die positiven Auswirkungen einer auf gegenseitiger Wertschätzung beruhenden Team- und Unternehmenskultur auf Einsatz, Motivation, Arbeitszufriedenheit, Produktivität und Unternehmensidentifikation. Dieser Zusammenhang findet sich auch im Blut. Wenn Menschen Wertschätzung erhalten, löst das bei ihnen einen wunderbaren Hormoncocktail aus: Endorphine, vom Körper selbst produzierte Opioide, werden freigesetzt und fördern Wohlbefinden und Arbeitsfreude. Dopamin, ein überwiegend erregend wirkender Neurotransmitter des zentralen Nervensystems, steigert die individuelle Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Oxytocin stärkt das Wir-Gefühl im Team, erhöht die Unternehmensidentifikation und hilft bei der eigenen Stressregulierung. (u.a. Fredrickson & Losada, 2005; Lohaus, Rietz & Haase, 2013; Siegrist, 2015; Haller, 2019):

In meiner Coachingpraxis begegnen mir viele Menschen, die sich mehr Anerkennung wünschen. Ebenso spielt dieses Thema in jeder Teamentwicklung eine große Rolle. Gleichzeitig ist es selbst für Personen, denen die menschliche Sehnsucht nach Wertschätzung so präsent ist, nicht leicht, anderen ihre Sehnsucht zu erfüllen. Sie fühlen sich häufig unsicher dabei, anderen Komplimente zu machen oder Anerkennung für konkrete Leistungen auszudrücken. Wertschätzung verlangt Mut.

Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen dem eigenen Selbstwert und der Wertschätzung anderer (vgl. Hattie, 2013 & Rosenberg, 2016): Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl haben häufiger eine wertschätzende Haltung anderen gegenüber und erhalten im Gegenzug öfter Wertschätzung von anderen. Personen, die zum aktiven Mobbing neigen, versuchen hingegen häufig über die Abwertung anderer (erfolglos) ihren geringen Selbstwert zu kompensieren. Wertschätzung lohnt sich für beide Seite: Es steigert das Selbstwertgefühl bei der empfangenden und der gebenden Person.

Sollten Sie sich inspiriert fühlen, andere zukünftig mehr wertzuschätzen, können Sie dies auf vielen Ebenen tun: Streuen Sie emotionale Wertschätzung, indem Sie anderen freundlich begegnen, ihnen aktiv zuhören und ihnen einen Vertrauensvorschuss schenken. Vermitteln Sie informative Wertschätzung, indem Sie Ihr Arbeitstempo an die Deadlines anderer anpassen, Informationen rechtzeitig weitergeben und Entscheidungen erläutern. Geben Sie bewertende Wertschätzung, indem Sie Lob und Anerkennung aussprechen und andere bei ihrer Weiterentwicklung durch konstruktive und faire Kritik unterstützen. Praktische Wertschätzung vermitteln Sie durch Hilfsbereitschaft und konkrete Unterstützungsleistungen.

Beobachten Sie, wie Ihre Gegenüber auf Ihr Mehr an Wertschätzung reagieren und genießen Sie doppelt!

Wertschätzende Grüße
Christine Hoffmann

Was eine ideale Führungsperson auszeichnet, hängt stark vom Kontext ab.

Bandenmitglieder wünschen sich von ihren Anführer*innen, dass sie all ihre physische Kraft für die Gruppe einsetzen und auch vor größter Brutalität nicht zurückschrecken. Führungskräfte an Universitäten werden eher für ihre abstrakte Analysefähigkeit und ihren sensitiven Diskussionsstil geschätzt. Dagegen zeichnen sich Leitungspersonen bei der Feuerwehr mehr durch eindeutige Anweisungen und Schnelligkeit aus.

Auf neue Situationen muss sich jede Führungskraft rasch und flexibel einstellen können. In ruhigeren Phasen freuen sich Mitarbeiter*innen, wenn sie zu Austausch und Diskussion ermuntert werden. In Umbruchsituationen wird ein klarerer Rahmen gewünscht, da dieser Sicherheit vermittelt.

Gruppenunabhängig werden von Mitarbeiter*innen Attribute wie Respekt, starker Einsatz für die Gruppenziele, Stärkenfokussierung, Vorbildwirkung und Authentizität gewünscht. Führungskräfte sollen menschlich und nahbar sein (u.a. Hollas-Gallop & Hoffmann, 2016). Unbeliebt sind „führende Kontrollfreaks“. Ein gewisses Maß an Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit ist für alle Menschen essenziell (u.a. Deci & Ryan, 2008).

Höchste Priorität hat laut Prof. Jürgen Weibler Gerechtigkeit. Das Gründungsmitglied des Forscherverbundes GLOBE (Global Leadership and Organizational Behavior Effectiveness) legt dar, dass Mitarbeiter*innen die Entscheidungskriterien ihrer Vorgesetzten nachvollziehen müssen, um sie akzeptieren zu können. Zudem bemerken Mitarbeitende rasch, wenn Führungskräfte Anerkennung und Wertschätzung unfair verteilen. Interkulturell wird diese Form der Verteilungsgerechtigkeit unterschiedlich bewertet. In unserer Kultur wird es eher als fair erachtet, wenn Führungskräfte Mitarbeitende mehr loben, die sich besonders engagieren. In einigen asiatisch geprägten Ländern wird von Führungskräften erwartet, dass sie allen Mitarbeitenden gleich viel Anerkennung zuteil kommen lassen. Ungerecht empfundene Vorgesetzte erzeugen Frustrationen und beeinflussen die Atmosphäre in der Gruppe negativ (Weibler, 2019).  Und wer frustriert ist, zeigt sich seltener kooperativ und motiviert.

In meinen Führungskräftecoachings und -seminaren unterstütze ich dabei, neurowissenschaftlich fundierte Führungsstrategien in individuelle Muster des Gelingens zu integrieren. Die daraus abgeleiteten kleinen Veränderungen im Führungsverhalten, zeigen rasch weitreichende positive Auswirkungen auf Team-Atmosphäre und Effizienz.

Gerne unterstütze ich auch Sie dabei, Ihren Führungsstil zu optimieren und mehr Freude in Ihrem Führungsalltag zu erleben!

Herzliche Grüße
Christine Hoffmann

 

Unter Perfektionismus wird ein Persönlichkeitsstil verstanden, bei dem Personen sich selbst sehr hohe Leistungsstandards setzen, versuchen fehlerlos zu agieren und sich sowie häufig auch andere sehr kritisch bewerten.

Perfektionsstreben hat zwei Seiten: Die gute lässt Menschen über sich hinauswachsen, die schlechte hingegen macht Angst. Angst zu versagen.

Die ForscherInnen-Gruppe rund um Dana Harari fasst die Ergebnisse von 95 Studien in einer Meta-Analyse (Harari, 2018) zusammen: PerfektionistInnen leiden demnach deutlich häufiger unter Angst, Depression und Stress. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Burnout. Es fanden sich wenige Hinweise, dass PerfektionistInnen höhere Leistungen erbringen oder engagierter sind als ihre nicht nach Perfektion strebenden KollegInnen. Unterm Strich sei Perfektionismus sowohl für ArbeitnehmerInnen als auch ArbeitgeberInnen schädlich, so die Zusammenfassung der ForscherInnen-Gruppe.

Die meisten PerfektionistInnen haben ein geringes Selbstwertgefühl. Das eigene Wohlbefinden wird davon abhängig gemacht, ob es gelingt die eigenen hohen Anforderungen zu erfüllen. Doch zu irren liegt in der Natur des Menschen. Unser Gehirn arbeitet nach einem simplen und genialen Prinzip: Mache Fehler und lerne daraus! Wir liegen beim ersten Anlauf nie völlig richtig. Als wir das erste Mal versucht haben, einen Ball zu fangen, ist das nur den wenigsten von uns gelungen. Das Gehirn justiert bei allem, was wir machen, ständig nach.

Wann haben Sie das letzte Mal Neues ausprobiert? Ein unbekanntes Instrument gespielt oder eine neue Sportart getestet? Wann haben Sie das letzte Mal etwas getan, das Sie vor ungewohnte Herausforderungen stellte? Hatten Sie dabei das Gefühl, Sie sollten es besser bleiben lassen? Angst, sich lächerlich zu machen? Das ist der Fluch des Perfektionismus. Statt uns am eigenen Tun zu erfreuen, haben wir Angst dumm dazustehen. Doch Fehler sind nichts Schlimmes – sie sind der Anfang von neuen Fähigkeiten.

Insofern wünsche ich Ihnen Mut, Neues zu wagen, und Weisheit, sich über Fehler als Zeichen Ihres Fortschritts zu freuen! Sollten Sie sich Unterstützung auf Ihrem Weg zu einem selbst-freundlicheren Leben wünschen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Herzliche Grüße
Christine Hoffmann

Wenn Menschen von anderen ignoriert und ausgeschlossen werden, nennt man dieses Phänomen Ostrazismus. Menschen sind extrem sensibel, wenn sie mit Missachtung gestraft, wie Luft behandelt oder ausgegrenzt werden. Wer sich ausgeschlossen fühlt, erlebt physischen Schmerz sowie gleichzeitig die Gefühle Wut und Trauer.

87% aller AmokläuferInnen waren zuvor wiederholt Opfer von Ostrazismus. Neben erhöhter Aggression und Traurigkeit schwinden auch Selbstregulations- und Konzentrationsfähigkeit (Metzger, 2018; Kashdan, 2014; Williams & Nida, 2011; Sommerville et al., 2010).

In meiner Arbeit mit Teams erlebe ich häufig, dass einzelne ausgeschlossen werden und als Projektionsfläche der ganzen negativen Emotionen der Gruppe herhalten müssen. Den Betroffenen ist häufig selbst der Grund für die Ausgrenzung nicht bekannt ist. Hinter dem Ausschließen verbirgt sich die positive Absicht, dem Ausgegrenzten seine „Schandtaten“ bewusst zu machen. Doch wie soll das gelingen, wenn ihm oder ihr niemand sagt, was missfallen hat? Den Ausgrenzenden ist wenig bewusst, welch großen „Schaden“ sie mir ihrem Tun anrichten. „Ich habe ja gar nichts gesagt.“, erhalte ich meist als Antwort auf meine Nachfrage.

Ostrazismus kann ein solch starkes Verlangen nach Zugehörigkeit auslösen, dass die moralische Unterscheidung zwischen gut und böse hintenan gestellt wird. Betroffene schließen sich manchmal radikalen Gruppen oder Sekten an.

Kleine Situationen von Ostrazismus erleben fast alle Menschen regelmäßig. Wir sprechen beispielsweise einem Bekannten auf die Box und warten vergeblich auf den Rückruf. KollegInnen planen auf ein Feierabendbier zu gehen und fragen uns (noch) nicht.

Menschen sind unterschiedlich feinfühlig für vermeintliche Zurückweisung. Selbstsichere Menschen sind besonders gut darin positive Signale aus ihrem Umfeld wahrzunehmen und negative zu übersehen. Menschen mit schwächerem Selbstwertgefühl interpretieren vieldeutige Situationen schneller als Kränkung.

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass die meisten Situationen von Ostrazismus versehentlich passieren. Direkte Kommunikation hilft: „Ich habe keine Einladung bekommen. Wollt ihr unter euch sein oder kann ich euch begleiten?“ In den meisten Fällen wird sich zeigen, dass es sich bei der Nicht-Einladung um pure Gedankenlosigkeit handelte. Und wenn nicht, weiß man wenigstens woran man ist.

Es ist mir eine besondere Freude, Menschen dabei zu unterstützen, gegenseitig wertschätzend zusammen zu arbeiten. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie hierbei Unterstützung wünschen!

Herzliche Grüße
Christine Hoffmann